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Nephropathie durch Diabetes

Nierenschäden gelten als die zweithäufigste Folgekrankheit des Diabetes. Erhöhter Blutzucker und Blutdruck sind die Hauptursachen. Nur wenn die diabetische Nephropathie früh erkannt wird, ist eine Heilung möglich


Nierenerkrankungen bleiben lange ohne Symptome. Diabetiker sollten deshalb einmal pro Jahr einen Nierentest zur Früherkennung machen lassen

Die Nieren haben in unserem Körper wichtige Funktionen. Sie entgiften ihn zum Beispiel von Abfallprodukten des Stoffwechsels, indem sie diese aus dem Blut in den Harn filtern. Außerdem bilanzieren sie den Wasserhaushalt, regulieren den Blutdruck und bilden Hormone, die unter anderem für die Blutbildung wichtig sind.

Für die Filtervorgänge in den Nieren sind unzählige kleine Knäuel aus Blutgefäßen zuständig, die Nierenkörperchen. Erhöhter Blutzucker und Blutdruck, wie sie bei Diabetikern oft gemeinsam vorkommen, beschädigen die Innenwände der Blutgefäße in den Nierenkörperchen. Auf Dauer lässt die Filterfunktion der Nieren nach – es entwickelt sich eine diabetische Nephropathie.

Krankheit trifft Typ-1-Diabetiker und Typ-2-Diabetiker

Nierenschäden gelten als die zweithäufigste Folgeerkrankung des Diabetes (nach Amputationen infolge eines diabetischen Fußsyndroms). Einer aktuellen Untersuchung (2010) aus den USA zufolge haben rund 40 Prozent der Typ-1- und Typ-2-Diabetiker einen Nierenschaden, außerdem 18 Prozent der Menschen, die sich in einem Diabetes-Vorstadium (Prädiabetes) befinden.

Die Krankheit betrifft Typ-1- genauso wie Typ-2-Diabetiker. Wird sie zu spät oder nicht behandelt, versagen im schlimmsten Fall irgenwann die Nieren ihren Dienst. Im fortgeschrittenen Stadium hilft nur noch eine lebenslange regelmäßige Blutwäsche (Dialyse) oder die Transplantation einer Spenderniere. Die Zahlen sind hoch: Rund 17.000 Patienten müssen derzeit in Deutschland diabetesbedingt zur Dialyse, jährlich werden etwa 2.000 Diabetiker neu dialysepflichtig.

Beschwerden treten erst spät auf

Dass diabetesbedingte Nierenschäden so häufig sind, liegt unter anderem daran, dass sie bereits in einem frühen Stadium des Diabetes auftreten und lange keine Beschwerden machen. Symptome wie Wassereinlagerungen in den Beinen oder Leistungsschwäche zeigen sich erst, wenn die Nieren schon stark geschädigt sind.

Dennoch müsste kein Diabetiker dieses Schicksal erleiden. Denn es gibt einen einfachen Test, der das Eiweiß Albumin im Urin nachweist und so Nierenschäden schon im Frühstadium aufdeckt. Einmal pro Jahr sollte jeder Diabetiker diesen Eiweißtest machen. Liefert er Hinweise auf eine beginnende Nieenschädigung, kann eine konsequente Behandlung das Fortschreiten der Erkrankung stoppen oder zumindest verzögern.

Auch andere Organe sind gefährdet

Besonders wichtig ist die rechtzeitige Behandlung mit einem ACE-Hemmer oder AT1-Blocker. Diese Wirkstoffe senken den erhöhten Blutdruck, können aber auch unabhängig davon das Fortschreiten eines diabetesbedingten Nierenschadens aufhalten. Außerdem ist es wichtig, Blutzucker, Blutdruck und Blutfettwerte optimal einzustellen, um weitere Schäden an den Gefäßen zu verhindern.

Wenn Hinweise auf eine Nierenschädigung vorliegen, sollte man sich gründlich untersuchen lassen: Denn oft sind dann auch Gefäße in anderen Bereichen des Körpers geschädigt, zum Beispiel am Herzen oder den Beinen. Diabetiker mit Nierenschaden haben ein stark erhöhtes Risiko für einen Herzinfarkt oder Schlaganfall. Auch hier gilt: durch eine frühzeitige optimale Behandlung und eine gesundheitsfördernde Lebensweise lassen sich viele Folgekrankheiten verhindern.



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Andrea Grill / www.diabetes-ratgeber.net; 19.05.2008, aktualisiert am 16.01.2012
Bildnachweis: Fotolia/crishnacreations/2010

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